FoodAuthent
Ein System, um Lebensmittel über ihren chemischen Fingerabdruck auf Echtheit und Herkunft zu prüfen.
Das Projekt
Je länger und verzweigter Lieferketten werden, desto leichter geraten Echtheit und Kennzeichnung von Lebensmitteln außer Kontrolle, durch Fälschung, falsche Herkunftsangaben oder irreführende Kennzeichnung.
FoodAuthent entwickelte dafür einen nicht-zielgerichteten Prüfansatz. Erfasst wird der chemische Fingerabdruck einer Probe, der anschließend mit authentischen Referenzproben verglichen wird. So lassen sich Herkunft, Sorte und Verfälschungen erkennen, auch bislang unbekannte.
Das Projekt zeigte die Machbarkeit an drei Produktgruppen: Hartkäse, Speiseöl und Spirituosen. Ergebnis war das offene System fAuthent, das Fingerprinting-Datenbanken, Analyseverfahren und produktbegleitende Informationen zusammenführt. Jeder beteiligte Partner behält dabei die Kontrolle über seine eigenen Daten. Vorgestellt wurden die Ergebnisse im November 2019 in Berlin.
Der Beitrag von benelog
Wir waren im Konsortium für die Datenplattform verantwortlich, das technische Fundament des fAuthent-Systems. Die Aufgabe war anspruchsvoll. Analyseergebnisse aus verschiedenen Laboren, produktbegleitende Informationen und Auswerteverfahren mussten zwischen unabhängigen Partnern zusammenfließen, und jeder Partner sollte dabei die volle Kontrolle über seine eigenen Daten behalten.
Dafür wählte das Projekt bewusst eine verteilte Architektur. Zentrale Datenbanken und das reine Durchreichen von Informationen genügen den Anforderungen an Echtzeitfähigkeit, Skalierbarkeit und Datenhoheit nicht mehr. Grundlage der verteilten Lösung ist GS1 EPCIS, der etablierte Standard für den ereignisbasierten Austausch von Lieferkettendaten.
Im Projekt entstanden erstmals Konzepte und technische Lösungen, um auf Basis von EPCIS auch die produktspezifischen Analysedaten auszutauschen. Damit wurde EPCIS über die klassische Rückverfolgung hinaus für Fingerprint-Daten nutzbar. Für die großen, schnell wachsenden Datenmengen setzten wir NoSQL-Datenbanken ein und waren an der Konzeption des Discovery Service beteiligt, der Daten auffindbar macht und zugleich die Zugriffsrechte entlang der Kontrollkette absichert.
Die Schnittstellen der Plattform wurden offen dokumentiert und standardkonform umgesetzt.
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